Dienstag, 9. November 2010

Weitere erheiternde Tagesberichte

Mein neuer Lieblingsparagraph für diese Woche ist:
http://dejure.org/gesetze/StGB/183.html

Aus
(1) Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
folgt unmittelbar, dass bei Frauen exhibitionistische Handlungen nicht nur nicht verboten sondern damit auch erwünscht sind.
Längerfristige Duldung ist hierbei als beidseitiges Einverständniss zu einem Vertragsgeschäft zu verstehen.
Daraus wieder folgt: Mädels, ausziehn! MUHA!

Der Zentralrat der Juden

Der Zentralrat der Juden ist mal wieder ganz und gar nicht amüsiert. Grosser soll zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht in FFM eine Rede halten.
Um die tagesschau zu zitieren:

Er [Der Zentralrat der Juden] wirft dem aus einer jüdischen Frankfurter Familie stammenden französischen Politologen [Grosser] eine kritische Haltung zur Nahostpolitik Israels vor.

Grosser ist kritisch? Na so ein Schwein. Er hält nicht ungefragt alles für gut, was Israel tut? Na also wie kann er nur. Wenn man diesen Terroristen gewähren lässt, bildet sich bei ihm noch irgendwann die Meinung, dass die Israelische Siedlungspolitik in Gaza nicht ganz so tollig ist, wie Isreal sie findet. Oder aber das Palästinenser abknallen kein so übertoller Volkssport ist. Was für eine Drecksau. Grosser sollte sich schämen Israel in Frage zu stellen. Und sich auch noch eine kritische Meinung zu bilden - sagmal leben wir hier in ner Demokratie oder was?

Wenn dieser Drecksack nicht sofort gestoppt wird und die Klappe hält, kommen wir am Ende noch soweit, dass man seine Meinung äußern kann, auch wenn man dabei in einem Nebensatz, versehentlich und ungeplant Israel kritisiert, das kann doch wohl nicht angehn.

Wo ist eigentlich das Problem des ZdJ - abgesehen davon, dass er ganz offensichtlich einen kollektiven Dachschaden hat? Kritik sollte doch als etwas positives aufgefasst werden. Ich weiss politische Organe tu'n sich darin schwer, aber Grosser wirkt auf mich nicht wie der Autonome Steineschmeißer aus dem Gaza-Streifen der auf dem Wochenendausflug der Israelischen Regierung mal wieder ne Runde vor die Flinte gerät, im Gegenteil, er wirkt eher wie jemand der sich Gedanken macht und keine Scheu davor hat Positives und Probleme zu formulieren.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0815/politik/0006/index.html

Hier bspw. äußert er sich konsequent konstruktiv, beschreibt Fehler und schlägt Lösungen vor, der ZdJ hält das offensichtlich für "nicht so gut, sowas muss aus der öffentlichen Welt entfernt werden".

Die meisten Religionen sind mir wie ihre Fans schlichtweg egal. Das geht mir bei Juden nicht anders. Israelis sind mir auch gleich, sie sind Menschen wie alle anderen auch, aber der ZdJ schafft es doch mit jeder Äußerung mich mehr anzukotzen. Wenn ich nun recht schlicht in der Rübe wäre, wäre der ZdJ die sinnvollste Begründung für mich Antisemit zu werden. Wenn alle Juden so sind... na prost Mahlzeit. Wie kann man sich ununterbrochen und wegen jedem Fliegenschiß ans Bein gepisst fühlen? Wird das auf Dauer nicht anstrengend? Wie wenig Selbstachtung muss man haben um den Berufsbeleidigten zu mimen? Und wieso wird ein derartiger Verein überhaupt noch ernst genommen? Der ZdJ sollte das mediale und politische Echo erhalten, dass er verdient: Gar keins.
Verpisst euch in eure Emo-Ecke und flennt ne Runde rum wie gemein die Welt zu euch ist. Wenn ihr gar keinen Ausweg findet verpflichtet euch in Israels Armee und geht ein bisschen Krieg spielen, darin habt ihr über die letzten Jahrzehnte ja sehr gute Erfahrungen gesammelt, aber hört auf uns die Ohren vollzuheulen, dass die ganze Welt gemein zu euch ist. Erstens nervt ihr,
zweitens tut ihr genau das, was ihr Deutschland seit dem Holocaust vorwerft, ihr betreibt Vernichtungskriege, drittens sollte man ganz schnell Anfangen sich gedanken zu machen wenn eine Politik als "Gottgegeben" und korrekt erachtet wird ohne sie zu hinterfragen und zu guter letzt: Wenn ihr euch darüber beschwert, dass kritische Redner zu Wort kommen könnt ihr euch brav in die Reihen der NPD gesellen, die haben auch ein massives Problem mit dem Begriff Demokratie.

Abschlußgrüße gehen hier an Herrn Salomon Korn und Herrn Stephan Kramer: Wenn ihr die Gedenkveranstaltung vorzeitig verlassen wollt dann tut das - und lasst euch doch bitte auch sonst nicht mehr blicken, damit wäre die Welt von einem echt nervigen Problem befreit. Es wäre zwar nicht mehr als die erschlagene Mücke an der Wand, aber auch die nervt beim einschlafen. Und jetzt spielt nochmal ne Runde die Berufsbeleidigten. Lächerlich.

http://www.tagesschau.de/inland/pogromnachtgedenken100.html

Dienstag, 2. November 2010

Google StreetView ist böse, oder?

Ich weiss, ist wiedermal spät, dass ich ein Thema aufgreife, aber ein paar Sätze zu StreetView muss ich wohl doch noch verlieren.

Es ist ja nun gemeinhin bekannt, dass die böse Datenkrake Google uns alles wegnimmt, was wir noch an Privatsphäre haben. Schlimmer als Facebook mit Google Chrome, schlimmer als Studi- oder sonstige VZs mit gMail oder sonst irgendwas. Und nun kommen die auch noch mit StreetView daher. Da Fotografieren die doch allen ernstes etwas, was jeder sehen kann ohne sich auch nur die geringste Mühe zu machen, und wollen das im Internet veröffentlichen.

So wenig ich von der Datensammelwut diverser Unternehmen halte, so wenig verstehe ich die Einwände gegen StreetView.

Es wird Argumentiert, dass man Einbrüche vorbereiten könne. Okay, kann man, man weiss wie das Haus des potentiellen Opfers aussieht, vielleicht sogar wie der Hof aussieht, aber das geht auch ohne Internet. Um diese Daten zu bekommen setze ich mich ins Auto, fahr bei meinem Opfer vorbei, mach ein paar Detailaufnahmen der "Landschaft" und hab ein deutlich besseres Bild der Umgebung als mit StreetView.

Eingriff in die Privatsphäre ist auch so ein Argument. Gut, wenn Google nun durch die Wohnungen marschieren würd, die Betten knipsen würde und den Schrankinhalt erfassen würde, würd ich wohl auch meckern, aber die Außenwand meines Hauses sieht am Tag wohl jeder dem langweilig genug ist an selbigem vorbei zu laufen. Oder jemand der sich verfahren hat. Oder die ganzen Leute die hier rund um das Haus parken, oder, oder, oder.

Ich sehe StreetView als kartographischen Dienst. Was ich kritisch sehe ist, dass die Straßenzüge nicht mehrfach abgefahren werden und die Bilder solange überlagert werden, bis sämtliche Personen aus der Straße verschwunden sind. Es gibt einfach Situationen die nicht zu sehen sein müssen, bzw. wo man sich eben tatsächlich Gedanken macht. Ist das nun das Mädel im Park beim oben-ohne Sonnen, die nachher eine kleine Internetberühmtheit wird, oder der Mann der hinter dem Rücken seiner streng fanatischen Freunde ins Pornokino geht, etc.
Derartige Dinge müssen und sollten nicht zur Schau gestellt werden, aber ein Bild von Häusern bzw. Hausfassaden halt ich nun für absolut unkritisch.

Wenn ihr schon dabei seid, löscht lieber eure Facebook und Studi/.../-VZ Accounts, da sitzen die echten Datenkraken, die sich mit euren Daten fleißig bereichern. Zeigt denen endlich den Mittelfinger und stellt euch nicht jedem dahergelaufenem im Netz mit all euren Daten aus. Schöne Grüße vom künftigen Arbeitgeber, der freut sich über das Bild mit der Bong auf der lustigen Studiparty am Freitag.

Samstag, 23. Oktober 2010

Multi-Kulti ist gescheitert. Wer kein Deutsch kann hat in diesem Lande...

nichts verloren.
In diesem Zusammenhang:
Es sei nicht gut, wenn Kinder von Migranten "doppelt mal so viel wie deutsche Kinder" in der Schule scheiterten, sagt sie.
[Angela Merkel]

bwahahahaha!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,724567,00.html

Montag, 4. Oktober 2010

Stellungnahme zu Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab"

Stellungnahme zu dem Textauszug des Spiegels aus dem Buch Thilo Sarrazin – Deutschland schafft sich ab

In seiner 34. Ausgabe 2010 veröffentlicht der Spiegel einen Textauszug aus Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. Thilo Sarrazin versucht hier eine Erörterung zum Thema Integration in Deutschland zu führen und Fehler aufzuzeigen.

Direkt zu beginn des uns vorliegenden Auszuges beschreibt Sarrazin ein „Recht der Gesellschaft“ und „der Länder, zu entscheiden wen sie Aufnehmen“, ebenso wie er ein Recht auf die „Wahrung der Kultur und Traditionen“ beschreibt. Sarrazin macht hierbei mehrere Fehler, zuerst übergeht er, dass dieses Recht nicht nur nicht existent ist, sondern zu allem Überfluss ein Recht wäre, das so schlicht und ergreifend nicht umsetzbar ist. Im großen Kontext gesehen ist die Gesellschaft identisch mit der Weltbevölkerung, da jeder mit jedem auf eine Gewisse Art und Weise im Austausch steht und auch miteinander agieren muss. Das betrifft einzelne Personen mehr, andere weniger, aber alle müssen zumindest Information austauschen, miteinander Leben und mit oder gegeneinander Agieren. Diesen Austausch nennt man Gesellschaft. Beschränkt man den Gesellschaftsbegriff räumlich oder zeitlich beschreibt er eine sich ständig ändernde Menge bzw. Teilmenge der Bevölkerung die im akuten Austausch miteinander steht, auch hier ist eine Aus- oder Eingliederung anderer nicht kontrollierbar, nachdem sie der Akt der Aus oder Eingliederung bereits zu Informationsempfängern und damit Teilen dieser Gesellschaft würden.
Sarrazin übersieht desweiteren, dass weder Kultur noch Tradition statische Begriffe sind. Sowohl Kultur als auch Traditionen haben sich - beinahe – unsere gesamte Geschichte hindurch verändert und sind dadurch zu dieser von Sarrazin hochgehaltenen deutschen Kultur geworden. Sarrazin bewegt sich hier – offensichtlich ganz bewusst – auf einer Argumentationslinie mit der sich die NPD bereits seit Jahren selbst bloß stellt. Kultur muss sich auch verändern um sich den Umständen und der Zeit anzupassen, technischer Fortschritt erfordert auch eine Änderung des Verhaltens der Menschen die mit diesem technischen Fortschritt leben. Die Anpassung der Lebenskultur an veränderte Lebensumstände ist also eine logische Notwendigkeit. Wenn Kultur sich nun aber ändert, ist es logisch, dass die Menschen die mit ihr Leben (müssen) und an einer Gesellschaft teilhaben diese Änderungen beeinflussen.
Die schlimmsten Zeiten in der Geschichtsschreibung waren immer diese zu denen Stillstand herrschte, als Beispiele sind das Finstere Mittelalter anzuführen oder das Naziregime, wo eben diese Kultur und diese Gesellschaft von der wir sprechen in einen statischen Rahmen gepresst wurde und äußere Einflüsse bewusst abgewehrt wurden. Eine Fortentwicklung hat hier quasi nicht stattgefunden. Die Geschichte weist schwarze Löcher auf.

Sarrazin fordert nun, dass seine Urenkel in 100 Jahren noch in Deutschland leben können und führt danach direkt an, was er nicht möchte: Dass dieses Land „muslimisch“ ist, Frauen Kopftücher tragen, türkisch oder arabisch gesprochen wird und Muezzine den Tagesrhythmus bestimmen. Selbst wenn wir nun vernachlässigen, dass diese Tendenzen nicht existieren und ignorieren, dass die Momentan größte Gefahr für einen deutschen Nationalstaat die Idee „Europa“ ist, sehe ich keinen wirklichen Grund inwiefern eine Ausbreitung des muslimischen Glaubens das Recht auf Freizügigkeit beeinträchtigen könnte. Wenn seine Urenkel allerdings derart rassistische Tendenzen wie Hr. Sarrazin selbst aufweisen, hoffe ich durchaus, dass sie nicht in Deutschland leben können, weil die Bevölkerung es in den nächsten 100 Jahren schafft erwachsen genug zu werden um keinen Platz mehr für „-ismen“ zu haben. Desweiteren sehe ich seinen Willen hier als völlig irrelevant an. Man kann doch nicht in einem Atemzug von der Gesellschaft reden, die überhaupt keine sei und im nächsten seine persönlichen Interessen über die dieser Gesellschaft stellen. Um in aller kürze auf die Forderungen an sich einzugehen: Wer welcher Religionsgemeinschaft angehört sollte ganz genau diese Person etwas angehen, die sich die Religionsgemeinschaft aussucht. Niemanden sonst. Hierzu weise ich auf Art. 4 GG hin. Was es Herrn Sarrazin ficht, welche Kopfbedeckung wer trägt versteh ich auch nicht ganz, aber ich empfehle ihm einen Besuch in einem Schwäbischen Bauernhaus, Muslime wird er dort nicht finden, Kopftücher schon. Die größte Gefahr für die deutsche Sprache wiederrum, dürfte im Zuge der Globalisierung Englisch sein und weder türkisch noch Arabisch. Und Muezzine werden selbst von ultranationalen türkischstämmigen Vereinen nicht gefordert. Was also soll ein derartig Populistisches Geschwätz? Kurzum: Selbst wenn sich alles so entwickeln würde wie Sarrazin sich das ausmalt, so wäre das noch lange kein Widerspruch zu der Forderung dass seine Enkel hier leben können sollten.

Seine Ausführung zur Erstarkung des Rechtsradikalismus durch das von ihm skizzierte Integrationsproblem dürfte kaum einer näheren Beleuchtung wert sein. Rechtsradikalismus ist vorallem darum attraktiv, da er scheinbar simple Lösungen für komplexe Probleme anbietet und diese sehr populistisch vertritt. Zumindest der abgedruckte Ausschnitt dürfte ihm hierbei sehr dienlich sein.

Seiner Theorie über die Islamisierung über Geburten in Einwandererfamilien kann ich auch nicht ganz folgen. Sarrazin behauptet hier, dass durch die höhere Geburtenrate „der Deutsche“ schlichtweg verdrängt wird, bzw. die Gesellschaft an sich schrumpfen würde, würde sich die Geburtenrate in Einwandererfamilien der momentanen deutschen anpassen. Jeder der sich einmal eine Statistik mit Geburtenraten angesehen hat, sieht dass diese zu Hochzeiten der Wirtschaft und Gesellschaft zurückbilden, bei bedarf allerdings wieder anwachsen, diese Trends sind seit Jahrtausenden zu beobachten und Aussagen über die Bevölkerung über einen Zeitraum von 3 oder 4 Generationen zu treffen ist schlichtweg purer Irrsinn. Ein realistischer Zeitraum wäre vllt. 9 Monate, das ist ein Bereich in dem sich Geburten abschätzen lassen. Vielleicht sogar 5 oder 6 Jahre, aber selbst renomierteste Statistiker halten sich mit Demographischen Aussagen über mehr als 10 Jahre tunlichst zurück und bieten viele Optionen, werden sie tatsächlich zu einer Aussage genötigt. 9/11 hat eindrucksvoll bewiesen, wie schnell Statistiken Lügen gestraft wurden – die New Yorker Bevölkerung hatte Angst, war paralysiert und hat das getan, was man tut, wenn man Angst um das Fortbestehen seiner Art hat: Sie haben sich vermehrt. 9/11 hat insbesondere in New York zu einem absoluten Geburtenboom geführt. Der Mensch mag einige schlechte Eigenschaften haben – aber er kann erstaunlich schnell auf äußere Einflüsse reagieren. Hier empfehle ich Sarrazin sich mit dem Arterhaltungstrieb auseinander zu setzen, der durchaus auch schon Gegenstand einiger Forschungsarbeiten war. Warum wir das „soziale und wirtschaftliche Zusammenleben“ bei einer geringeren Bevölkerungsdichte grundsätzlich ändern müssten ist mir komplett Schleierhaft.
Er führt später noch an, dass bei momentaner Fertilitätsrate die „muslimische Bevölkerung“ bis 2100 auf 35 Millionen anwachsen kann, allerdings sprechen die Erfahrungen die bisher gemacht wurden eher eine andere Sprache – Menschen die in einer Wohlstandsgesellschaft leben Zeugen weniger Nachwuchs solang nicht notwendig, daher ist dieses Szenario unwahrscheinlich, aber auch hier gilt: Keine Aussagen über einen Zeitraum von 90 Jahren, das ist Irrwitzig.

Nachfolgend macht sich Sarrazin gedanken über den Beitrag der Einwanderer zum dt. Wohlstand. Hier nun, geht er folgendermassen vor: „Belastbare empirisch-statistische Analysen ob die Gastarbeiter einen Beitrag zum Wohlstand erbracht haben oder erbringen werden, gibt es nicht. Für Italiener, Spanier und Portugiesen wird man diese Frage wohl bejahen können […]. Für Türken und Marrokaner wird man sie sicher verneinen können.“
Es fällt mir schwer mich mit soetwas auseinanderzusetzen, da eine Diskussion auf einer nicht existenten Studie oder Statistik, die aber trotz ihrer nicht Existenz besagt, dass … nicht besonders zielführend scheint. Eine belastbare Statistik gibt es nicht, also sagt sie auch nichts aus.

Nachfolgend erörtert Sarrazin noch, dass die muslimische Bevölkerung in Europa die Staatskassen mehr kostet, als sie einbringen, die niedrige Erwerbsleistung der angesprochenen Bevölkerungsgruppe und die hohe Inanspruchnahme von Sozialleistungen.
Hier erweckt nicht die Ansprache eines Kernproblems der Gesellschaft meine Ablehnung gegen diesen Satz, sondern Aufbau und Religionsbezug. Es liegt Sarrazin offensichtlich nichts an einer sachlichen Debatte darüber wie man einen Ausländer vernünftig „eindeutschen“ kann, so dass er an unserem gesamten Leben teilnimmt, in Lohn und Brot steht und keinen Bedarf an Sozialleistungen hat, sondern er folgt dem Trend der Zeit und hetzt etwas über den Islam. Volker Pispers hat das einmal folgendermassen ausgedrückt „Wir deutschen haben doch kein Ausländerproblem, wir haben ein Türkenproblem. Es gibt massig nicht integrierte Japaner, aber das stört doch keinen, die leben unter sich, kommen zu Fasching zu den anderen und sehen auch ungeschminkt lustig aus.“ Viel deutlicher hätte man den Nagel nicht auf den Kopf treffen können. Seit 9/11 wird ein regelrechtes „Islam-Bashing“ betrieben um den Krieg gegen den Terror in den Köpfen der Leute zu legitimieren. Es geht überhaupt nicht mehr um eine sachliche, objektive Debatte, es geht darum ein Feindbild zu erschaffen. Der Muselmann mit Sprengstoffgürtel. Es werden laufend Gesetze zur Terroreindämmung beschlossen seit 2001, irrelevant ob Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Telefonüberwachungen, etc. Wir werden nun alle vor dem Terror geschützt. Dies aber ist wiederrum der selbe Aktionismus wie die „Amoklauf Notfallpläne“ die in diversen Schulen verfasst wurden. Wenn jemand wirklich mit seinem Leben abgeschloßen hat und sich in die Luft sprengen will, wird sich dieser jemand nicht dadurch aufhalten lassen, dass ihm ein Jahr gefängnis droht. Und wie ist denn die aktuelle Gefährdungslage, wenn wir schon ständig auf dem Islam, nicht dem Islamismus sondern der gesamten Religion herumhacken? Selbst der Anschlag auf das World Trade Center hat weniger Tote gefordert, so tragisch er auch war, als die Verkehrsunfälle seit 9/11. Sarrazin begeht in seinem gesamten Text – und hier ganz besonders – durch diese Verunglimpfung einer Religion in ihrer Gesamtheit übrigens noch einen Fehler – er verhindert die von ihm geforderte Integration. Man kann nicht einerseits ein Feindbild bedienen und andererseits erwarten, dass die angehörigen dieses Feindbildes nacher in eine Struktur zwischen Menschen die dieses Feindbild haben aufgenommen werden. Wer würde, um es mal krass zu formulieren, einen Juden zwischen Nazis stellen, in der Hoffnung, dass sich ein gemeinsames produktives Handeln ergibt?
Sarrazin gibt nun also an, dass der Islam kulturellen und gesellschaftlichen Rückschritt statt Fortschritt bedeuten würde.
Hier kann ich ihm Tendenziell sogar recht geben. Die meisten Religionen haben das Problem Dogmatisch zu sein, und haben daher auch das Problem nicht dynamisch auf eine sich verändernde Welt reagieren zu können. Vom Wertebereich ist der Islam allerdings ziemlich identisch mit dem Christentum, von daher würde sich nicht allzuviel ändern. Generell ist hier aber eher nach einem säkularen Staat der unabhängig von jeglichen Religiösen Grundsätzen geführt wird und auf den Religion keinen Einfluss hat und haben darf. Hier ist uns die Türkei bereits ein weites Stück voraus. In der Türkei ist die Kirche strikt vom Staat getrennt und das seit ihrer Gründung. Das Kolleg der Schulbrüder in Illertissen hat Anfang diesen Jahres durch die Diskussion ob eine Schülerin die mit 18 aus der Kirche ausgetreten ist der Schule verwiesen wird, bewiesen, dass der deutsche Staat und die deutschen Kirchen noch nicht soweit sind. Das Kolleg wird vornehmlich aus staatlichen Mitteln finanziert, aber ein paar Religionsführer entscheiden hier über das Schicksal eines Menschen. Ebenso wäre hier die peinliche zur Schaustellung diverser Jesuskreuze in Schulen und öffentlichen Gebäuden zu nennen. Wir könnten viel lernen, wenn wir bereit wären über grenzen zu blicken, anstatt diese Imaginären Linien auf Kartenmaterial als absolut und Mauern zu sehen.
Sarrazins Schluß ist natürlich ein anderer, nämlich der, dass die hier lebenden Migranten eine Gefahr für unser Europa bedeuten.
Ich sehe die Gefahr eher bei Demagogen wie Hrn. Sarrazin, der sich hier wirklich alle mühe gegeben hat den von ihm angeblich geforderten Dialog im Keim zu ersticken. Frei nach dem Motto „Operation gelungen, Patient tot.“

Ich persönlich halte eine Integrationsdebatte für unumgänglich und absolut notwendig. Es sind viele Fehler gemacht worden und es werden auch weiter laufend Fehler gemacht, aber diese Fehler lassen sich nicht ausmerzen wenn angefressene Konservative das Rechte Spektrum durch neue Bücher bedienen und man der Thematik mit reinem Populismus begegnet. Integration lässt sich nur durch ein gemeinsam erreichen. Vor 2 Jahren, wenn ich mich richtig erinnere, ist der Papst in eine Moschee gegangen. Dies wurde kontrovers diskutiert, war allerdings ein wichtiger Schritt um zu zeigen, das es durchaus auch ein Miteinander über die Grenzen der Religion hinweg geben kann. Wir brauchen mehr solche „Zeichen“. Und wir brauchen Menschen die aufeinander zugehen. Kinder die miteinander Spielen. Eltern die gemeinsam im Garten sitzen und Grillen, Sportveranstaltungen die gemeinsam besucht werden, Foren in denen gemeinsam diskutiert wird. Würde mir gegenübergetreten wie teilweise türkischstämmigen Mitbürgern seitens teilen der deutschen Bevölkerung hätte ich auch herzlich wenig Lust mich zu integrieren. Dazu kommt – wofür soll ich mir die Mühe machen, am Ende bin ich immer noch „nur der Türke“, es gibt keine Partei die mich bedient, niemand schert sich um meine Interessen und von Leuten wie Sarrazin werde ich als DAS Problem in der Welt wahrgenommen. Andererseits muss natürlich auch gesehen werden wie sich teile der türkischstämmigen Bevölkerung nach außen verhalten. Viele haben keine Identität, aus ihrer Heimat sind sie ausgereist, bei uns will sie niemand haben, es gibt keine Heimat, keine Identität. Barrieren sind nicht zuletzt über die Sprache vorhanden und man hat Zeit, viel Zeit. Also geht man in einer Leistungsgesellschaft in der man nur Zählt wenn man Pinke Pinke hat, in den Park und zieht jemand das Handy ab. Ist natürlich auch nicht schön, aber auch hier liesse sich vermutlich viel vermeiden, wenn die Kids gemeinsam im Sandkasten spielen. Der Multikulturelle Wundersandkasten. Warum Kinder? Kinder sind in einem Stadium in dem sie aufnahmefähig aber nicht vorbelastet sind. Dem Kind ist Aussehen, Alter, Kleidung, Symbolik völlig egal, das Kind will einfach nur die Welt kennen lernen. Die ganze Welt. Alles. Den Nachbar, den Geschmack des Sandes im Sandkasten, die tollen bunten Förmchen und das Kind neben sich, völlig egal woher es kommt, wie es spricht, was es isst und welcher Religion es angehört. Und hier wären auch die Eltern nicht mehr in der Lage in ihren eigenen Gruppen zu agieren, die Betreuung der Kinder erfordert Kompromisse von allen Seiten und auch Kommunikation untereinander. Ich denke ein vernünftiger Ansatz wäre eine Förderung von „Multikulturellen Spielgruppen“ und „Multikulturellen Eltern-Kind“ Veranstaltungen. Es müsste nicht viel Geld investiert werden, ehrenamtliche könnten die Organisation übernehmen und es würde gezwungenermaßen ein Dialog mit dem Nachbarn entstehen, dem sich niemand entziehen könnte. Für „uns Kinder“ werden Schulen und Kindergärten hochgelobt, da wir hier soziale Kompetenzen erlernen würden – Funktioniert das bei Eltern oder Türken nicht? Haben die – um in Sarrazins Hetzmanier zu bleiben – ein Türkengen, dass den vernünftigen Umgang mit Menschen verhindert?

Zum Schluß komm ich leider nicht umhin, noch ein sehr persönliches Wort abzugeben:
Sehr geehrter Herr Sarrazin, wie sie eindrucksvoll Beweisen, schafft sich Deutschland tatsächlich ab. Nur der Täter trägt in diesem Falle Anzug und Schlips statt Burka und Kopftuch.

Samstag, 18. September 2010

Islamische Missionare sind Islamisten!

Juden sind Jesusmörder und Weltverschwörer und Christen sind Kreuzzügler. Da Welt Online offensichtlich kein Interesse an Meinungen hat die den eigenen logischen "Kontext", wenn man das so nennen will, zuende führen pack ich's halt hierhin:

Folgender Artikel:
http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Lord-Weidenfeld/article9638108/Papst-Benedikt-verschlaeft-den-Islamismus.html

Reisst mich zu folgendem Kommentar hin:

Hier werden also islamische Missionare und Islamismus in einen Topf geworfen. Sehr schön. Und alle Juden sind Jesusmörder und an einer Weltverschwörung beteiligt. Und alle Christen verbrennen Hexen, ermorden anders Gläubige und führen Kreuzzüge.
Der schwarze Kontinent hat noch ganz andere Probleme mit Fanatikern aus nem ganz anderen Lager – schöne Grüße an die „Lords Resistance Army“.
Aber seis drum, nachdem wir nun alle relevanten Buchreligionen darauf reduziert haben, dass ihre Anhänger Attentäter sind und es toll finden Menschen umzubringen können wir jetzt zu der „Moschee am Ground Zero“ kommen.
Hier sind wir schon wieder bei „der Islam ist böse“, „jeder Moslem frisst Kinder“ und ähnlichen Stilblüten. Soll man die Terroristen wirklich gewinnen lassen und sein leben komplett nach ihnen richten, nur weil n paar Spinner mal ein Hochhaus „gesprengt“ haben? Klar tragische Sache, aber viel mehr Erfolg konnten sie nicht haben wie der Artikel beweist. Wir zerfleischen uns nun gegenseitig.

Und da ich hier keinen Anlass seh mich zu benehmen, was ich bei Welt Online ja noch getan hab ein ganz klares Wort:
Den Schreiberling - mir steht eher nach dem Wort "Schmierfink" - des Kommentars halte ich für ein ziemlich erbärmliches und festgefahrenes Wesen. Schade, dass solche Leute überhaupt in derartiger Größe zur Kenntniss genommen werden. Eine Fußnote einer Fußnote hätte es auch getan. Ich bin immer wieder begeistert mit wie schlechten Kommentaren man wo abgedruckt wird. Würde ich mich in der Zeitung lesen wollen, würde ich mir zumindest die Mühe geben die Dinge zu reflektieren die ich von mir gebe. 

Dienstag, 10. August 2010

Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen, ...

... mist, Text vergessen.

Die SWP hat eine Umfrage zum Thema "Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen", eine Forderung des Städtetages veröffentlicht. So wie ich das sehe, äußern sich 2 Leute grundlegend positiv, der Rest ist eher skeptisch.

Um mal meine 2 Cent in den Ring zu werfen tipp ich mir mal wieder den Restalkohol aus der Leber, obwohl ich in meinem beschaulichen zuhause sitze und so überhaupt nicht die Umwelt verpeste.

Brauchen wir denn ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen? Oder ist das wieder eine Prävention um präventiv gegen irgendwas nicht näher definiertes vorzugehen von dem wir auch nicht so genau Wissen ob Prävention notwendig ist.

Gehen wir mal davon aus, es geht darum den Alkoholkonsum generell zu reduzieren. Wer verhindert, dass in der Eckkneipe und zu Hause weiter gebechert wird was die Leber hergibt?
Gut streichen wir den Ansatz also sofort wieder.
Kommen wir zum nächsten Gedanken:
Im Artikel des SWR wird dieser folgendermaßen zitiert:
Es gehe darum
an kommunalen Brennpunkten Störungen zu verhindern, die den Ruf der Städte und das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigen

Gut klingt nichtmal unbedingt unvernünftig, aber ist das Überhaupt notwendig? Auf jedem "Dorf Fest" gibt es diesen "Brennpunkt" wo sich vermutlich deutlich mehr besoffene tummeln, als Samstag Mittags auf der Donauwiese mit 'nem Bierchen, damit beschäftigt das schöne Wetter zu genießen. Hier scheint wohl kein "Sicherheitsgefühl der Bürger" beeinträchtigt zu werden. Hier kommt es allerdings gehäuft zu Gewalttaten, betrunkenen Fahrten danach, Pöbeleien, ...
Nur scheint das auf dem "Dorf Fest" "gesellschaftlich akzeptierte Gewalt, ..." oder soetwas ähnliches zu sein. Man weiß es nicht. Ich persönlich fühle mich von Personen in grüner Uniform weit mehr gefährdet als vom Penner oder vom gut gelaunten Sonnenanbeter oder vom jugendlichen der sein Bierchen trinkt, kann ich mich morgen auf ein gutes Wort meiner Vertreter verlassen die dafür plädieren den Polizeidienst abzuschaffen? Oder von Autofahrern die sich nicht beherrschen können - auch solche soll es wohl geben. Autofahren von 8-18 Uhr wird verboten? Oder von Jägern, immerhin laufen die mit ner Wumme durch die Gegend - Wildbraten verboten?
Es gibt immer und überall Leute die sich aus welchem Grund auch immer und in welchem Zustand auch immer, daneben benehmen, eine Gefahr darstellen, nicht die richtige Haarfarbe haben oder was einem sonst noch so an potentiellen Störfaktoren einfällt. Würde man die alle verbieten hätte man vllt. noch die Option das Verbote erlassen zu verbieten und sich danach Gegenseitig einzusperren, nur um sicher zu gehen.

Bleibt noch der Müll. Man kennt genug Plätze auf denen oft genug Müll rumliegt. Darunter durchaus leere Flaschen und ähnliches, aber ich kenne auch genug Plätze (die oftmals erstaunlicherweise recht nahe beieinander liegen) an denen es an Dingen wie Aschenbechern und Mülleimern gänzlich fehlt oder in einem Ausmaß fehlt, dass es unmöglich ist den vorhandenen Müll in die wenigen dafür vorgesehenen Behälter zu stopfen, der reicht ja meist nicht mal für die Chipstüten, die Flaschen nehmen oft genug Pfandsammler mit, sollte man sie ihnen geben, worüber ich alles andere als unglücklich bin. Er freut sich, ich muss nicht aufsteh'n, beide haben etwas gewonnen.

Ganz ehrlich: Manche Personen(kreise) sollten sich vielleicht nicht so lang an der Sonne aufhalten und lieber abends ein Bierchen an der Donauwiese mit ein paar Kumpels trinken, das entspannt ungemein, es sorgt dafür, dass man Spass hat und das man nicht das Bedürfnis hat sich zwanghaft mit Unsinn zu beschäftigen. Ihr seid herzlich eingeladen. Ich geb einen aus.

/edit: Einen Punkt noch: Der "Ruf der Städte" ist mir scheißegal, es geht hier um "unsere" Freiheit und nicht darum wo "ihr" rumprollen könnt wie schön "sauber" eure Stadt doch ist. Hier gibt es genügend Mist der Weit mehr stinkt als ein Feierabendbierchen, wenn der weg ist, können wir uns über den Rest unterhalten.